Die Provence (Südfrankreich) erstreckt sich vom linken Rhôneufer bis zum Piemont. Ihre langgestreckte Küste grenzt an die Ausläufer des Ballungsraumes Marseille und die großen Hafenanlagen der Rôhnemündung. Bio-Landwirte aus dem nördlichen Mündungsdelta gründeten hier die Erzeugergemeinschaft Verte Provence, um den Vertrieb ihrer Erzeugnisse gemeinsam zu koordinieren. Ihre Heimat, die Regionen Gard und Bouches-du-Rhône, sind geprägt von den Gegensätzen einer natürlichen Landschaft und grober Industriekultur. Im Südwesten liegen die ursprüngliche Camargue, die steilwandige Küste der Calanque, sowie das kleine Gebirge der Alpilles.

 

Verte Provence – gemeinschaftlich unabhängig

Die Vereinigung Verte Provence besteht ausschließlich aus Bio-Landwirten. 1996 wurde die Initiative gegründet, um ihr Obst und Gemüse in einer gemeinschaftlichen Erzeugermarke zu präsentieren. Unabhängigkeit gegenüber den großen Marktteilnehmern zu präsentieren ist der Gemeinschaft dabei wichtig.

„Die Gemeinschaft wuchs ziemlich rasch und vereinte 15 Landwirte, hauptsächlich Gemüse- und Obsterzeuger. Im Laufe der Jahre hat die Marke sich einen Namen gemacht und wurde sowohl in Frankreich als auch im Norden Europas, insbesondere in Deutschland dank der langjährigen Unterstützung der Firma Naturkost Schramm bekannt.“

Verte Provence entbindet die Landwirte von dem zeitaufwändigen Vermarktungsgeschäft. Sie koordinieren die Logistik, den nationalen Vertrieb und den Export ihrer Erzeugnisse. Sie arbeitet in enger Partnerschaft mit dem württembergischen Unternehmen Naturkost Schramm (Appenweiher). Die Naturkost Schramm vertritt Verte Provence exklusiv am deutschen Markt. Ihr regelmäßiges Audit der Erzeugerbetriebe unterstützt die vertrauensvolle Zusammenarbeit über die weite Distanz. Ihre Verbindung gestaltet transparente Produktwege und gewährleistet die biologische Qualität der Erzeugnisse.

Der "Maestrale" – geschätzter Meister der Landwirte

Der Charakter der Provence ist von einem rauhen aber mediterranen Klima geprägt. Heiße, trockene Sommer, werden von regenreichen Herbstzeiten abgelöst. Die Landwirtschaft profitiert von den zahlreichen Sonnentagen und dem großen Wasservorkommen. Einen außergewöhnlichen Einfluss auf die Ernte trägt der Mistral, den die Landwirte "Maestrale" nennen (Meister). Der kalte Nordwind trocknet die Felder und Kulturen vom Tau und Regentropfen. So unterdrückt er auf natürlichem Weg Fäulniskeime und verringert den Schädlingsbefall. Im Sommer senken die fallenden Winde des Mistrals die Temperatur um zehn Grad - eine willkommene Abkühlung für Land und Leute. Die Bauern der Verte Provence schätzen ihren Maestrale, hat er doch schon so manche Ernte gesichert.

„Wenn der Wind den technischen Einrichtungen, der Vegetation und manchmal auch der Moral der Bewohner harte Prüfungen auferlegt, so ist er doch ein guter Verbündeter des Biolandwirts. Er trocknet nämlich die Kulturen nach den häufigen Regenfällen und begrenzt so die Ausbreitung von Krankheiten (Mehltau…) Darüber hinaus treibt er die Wolken über den Himmel und begrenzt dadurch die Niederschläge, so dass die Sonneneinstrahlung wiederum begünstigt wird.“

Erhalt von Kultur und Land – das Handwerk der Verte Provence

Die Arbeit der Erzeugergemeinschaft ist traditionell und ökologisch. Ihr Einfluss erhält die regionale Kultur und pflegt das natürliche Landschaftsbild. Mit den Hauptproduktionszweigen Baumzucht, Gemüseanbau unter Tunnel und im Freiland ist ihr Handwerk typisch provenzalisch. Blatt-, bzw. Fruchtgemüse und Steinfrüchte, wie Aprikosen, Oliven, Salat und Auberginen gehören zum Sortiment der Verte Provence.

Naturgemäß sind im ökologischen Landbau der Einsatz von synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln verboten. Die Mitglieder der Gemeinschaft greifen in der Bodenpflege und im Pflanzenschutz auf das Altbewährte zurück. Vielseitige Fruchtfolgen, Gründüngung und Leguminosenanbau erhalten die Bodenfruchtbarkeit und machen synthetische Dünger entbehrlich. Der Einsatz von tierischen Helfern, wie Bienenkästen zur Bestäubung und Nutzinsekten im prophylaktischen Pflanzenschutz gehört zum guten ökologischen Handwerk.

„Der Bio-Landwirt greift auf alte Anbauweisen zurück , wie u. a. das Prinzip der Fruchtfolgen, den Einsatz von organischem Dünger und Gründüngung, dem mechanischen oder manuellen Unkrautjäten, während er parallel dazu mit der modernen Technik Schritt hält.“

Zusammenhalt und Kooperation – der Erfolg der Verte Provence

Verte Provence koordiniert die technische und fachliche Kooperation der Landwirte. Sozialer Zusammenhalt ist ein wesentlicher Faktor des Gemeinschafterfolges. Hier werden nicht nur technisches Gerät, sondern auch Erfahrung und Wissen geteilt

„Ein sich permanent weiterentwickelnder Markt fordert die Produktionstechniken immer wieder aufs Neue heraus. Die Bündelung von Sachkenntnissen jedes Einzelnen hat es der Gruppe ermöglicht sich grundlegend weiterzuentwickeln.“

Die Zitate sind der Webseite http://www.verte-provence.com/ entnommen.